First came the clowns

Photo exhibition on gentrification

from: 23.01.2014 7pm  to: 01.02.2014

First came the clowns
Fotoausstellung über Wohn- und Lebensräume in Berlin

Vernissage Donnerstag, 23. Januar 2014, um 19.00 Uhr

Es sprechen:

Peter Held, Programmbereichsleiter Fotografie, Fotocentrum am Wassertor, vhs Friedrichshain-Kreuzberg

Ann-Christine Jansson, Fotojournalistin und Fotoredakteurin, Konzept und Leitung

Es treten auf:
Queer Queens aus dem Rauschgold

Öffnungszeiten:

23. Januar bis 1. Februar 2014
Di bis Fr 16.00 bis 20.00 Uhr
Sa 14.00 bis 22.00 Uhr
So 14.00 bis 18.00 Uhr

Fotografen:

Pilar Andreu, Mandi Heilmann, Sascha Heinsohn, Nick Jaussi, Marcel Kyas, Sandra Rahmlow, Dominik Sollmann, Wilfried Püschel

Einführung:

Januar 2014 – Gentrifizierung in Berlin: Herausforderung und Chance oder Verdrängung und Ignoranz? Wie wandeln sich Wohn- und Lebensräume in der deutschen Hauptstadt? Neun in Berlin lebende Fotografen gehen in ihren Reportagen dieser Frage nach und begleiten Menschen in unterschiedlichen Kontexten.

Auf einem verlassenen, heruntergekommenen Gelände in Berlin Lichtenberg richten sich junge Künstler Ateliers ein. Wo einst das Zollfuhramt der Stadt beheimatet war, erschaffen Künstler einen neuen Lebensraum – die „Spreestudios“ – ein Idyll voller Kreativität und mit viel Tatendrang. Der Platz an der Spree, der längst vergessen schien, erwacht allmählich aus einem langen Winterschlaf.

Ein Mann entgleitet seiner Alltagskleidung, greift zur Tusche und zieht sich mit viel Gefühl lange Wimpern. Anschließend betritt er als Drag-Queen die Bühne. In der Bar „Rauschgold“ mitten in Kreuzberg lebt und tanzt jeder nach seiner Fasson, bis in die frühen Morgenstunden. Es ist die Bar, wo seit über 10 Jahren, wo das Ver-Rückte jeden Abend Alltag ist.

Im Berliner Wedding, der jahrelang vernachlässigt und vergessen wurde, leben vier Studenten in Saus und Braus. In ihrer WG knallen die Korken – hier leben sie ihre Form des Luxus. Vor der Haustür wurde kürzlich ein Bio-Markt eröffnet. Und nebenan sind die Nachbarn von Zwangsräumungen bedroht.

Das Wohngebiet um den Ernst-Thälmann-Park im Prenzlauer Berg ist zum Ziel von Immobilienspekulanten geworden. Die Anwohner fürchten nicht nur explodierende Mieten, sondern die radikale Umgestaltung ihres gewohnten Lebensumfeldes. Ein Gefühl von Machtlosigkeit führt zur Rebellion. Die Initiative für den Erhalt ihres Erholungsgebietes mündet in Teamgeist, Aktionen und neuen Freundschaften.

Die Fotoausstellung „First came the clowns“ zeigt Wohn- und Lebensräume in Berlin, die gemeinhin unter dem Begriff der Gentrifizierung subsumiert werden. Die Reportagen spüren Vorboten und Pioniere auf, die neue, urbane Lebenswelten schaffen und ihre Kreativität ausleben. Gleichzeitig rücken auch diejenigen ins Bild, die durch eben jenes Erschließen mitunter verdrängt werden, sich neue Heimaten suchen müssen oder aber für ihr gewohntes Lebensumfeld kämpfen. Die Reportagen laden den Betrachter ein, hinter die Fassaden der Gentrifizierung in Berlin zu schauen. Die Ausstellung will zum Innehalten anregen, um den Wandel der Stadt in den Fokus zu rücken, und die Geschichten der Menschen hinter den Abzügen zu sehen.

Unter Leitung der Fotojournalistin Ann-Christine Jansson werden die Ausstellung und der Katalog als Abschlussarbeit ihrer Fotoreportageklasse am Photocentrum am Wassertor an der vhs Friedrichshain-Kreuzberg realisiert.

Programm:
23. Januar, 19 Uhr: Vernissage
25. Januar, 19 Uhr: Podiumsdiskussion zur Gentrifizierung
30. Januar, 19:30 Uhr: Lesung Kerstin Parlow „Almost Home“
1. Februar, 19:30 Uhr: Finissage / Konzert „Entertainment for the Braindead“