Angus McCullough – Friendmaking

Einzelausstellung

12.12.2018   - 15.12.2018

SomoS freut sich, die Einzelausstellung Friendmaking des aktuellen Artist-in-Residence und multidisziplinären Künstlers Angus McCullough (NY) zu präsentieren.

McCullough nutzt Kunst als investigatives Werkzeug, um existenzielle und zivilisatorische Fragen auf ganz persönliche Art und Weise zu untersuchen. Seine Kunst, die über akademische Grenzen hinausgeht und alle Lebensbereiche integriert, reicht von Techniken wie Videoarbeiten, Assemblage, Musik, Performance, Schreiben, Kuratieren und Architektur bis hin zu spirituellen Techniken wie luzides Träumen. „Vielleicht ist das Auffälligste an Angus’ Kunst die Art und Weise, mit der er auch traditionelle Fertigkeiten wie Tischlern, Nähen, Korbflechten, Bootsbau, Zeichnen und Sammeln vereint und nutzt, um spannende aktuelle Fragestellungen zu erforschen“, sagt Michelle Aldredge im Gwarlingo Magazine.

Die in Friendmaking präsentierten Werke sind Teil einer Reihe von anthropomorphen interaktiven Skulpturen und Installationen mit dem Titel Temporaries, die sich bewegen und Klang produzieren und mit dem Publikum zu kommunizieren scheinen. Materialien, die der Künstler aus den USA mitgebracht hat, treffen in seinem Arbeitsprozess auf Materialien aus Berlin, mit denen sie in einen Dialog treten. Die daraus resultierenden Arbeiten zeigen McCulloughs tief empfundene philosophische und konzeptionelle Herangehensweise, die Zivilisationskritik integriert und eine animistische Erfahrung der Welt nachempfindet, die ein spirituelles Gefühl von Respekt und Verbindung zu unserer Umwelt fördert.

In seiner Ausstellung wirft McCullough die Frage auf, ob es eine Schwelle gibt, an der die Materie größer als die Summe ihrer Teile wird und zu einem Wesen wird. McCullough sagt: „Können wir unser Selbst auf die chemischen und strukturellen Wechselwirkungen zurückführen, die einen Körper oder – auf einer tieferen Ebene – unsere Gegenwart hervorbringen?“ In Friendmaking stellt er diese Fragen mit Holz, Stahl, Kunststoff, Papier, Kerzen, Tintenstrahldrucken, Draht, Schaum, Text, Lautsprechern, Steinen, Bildschirmen, Stoff, Weihrauch, Klang und manchmal Besuchern. Sie werden als eine Gruppe von einzelnen Teilnehmern betrachtet, die durch die Beziehung zueinander an Bedeutung gewinnen. In einer Welt, die mit nutzlosen Objekten erstickt wird, glaubt McCullough, dass wir durch die Betrachtung der Natur unterschiedlicher Materien und ihrer Wechselwirkungen untereinander die natürliche und die von uns geschaffene Welt besser verbinden können.

In dem magischen Funken des materiellen und intellektuellen Austauschs, der transzendierenden Verschmelzung von Einzelteilen, der Herstellung von Beziehungen und dem alchemistischen „Freunde werden“, bieten McCulloughs Installationen eine zeitgemäße Interpretation eines uralten Anliegens von Literatur, Religion und Magie: den Moment der Beseelung, welches totes Material Leben einhaucht. Ein animistisches Moment, ultimativ verkörpert in der Schaffung eines Kunstwerks, dieses seltsam verkörperten Objekt unserer Faszination.

Über Angus McCullough

Angus McCullough ist ein multidisziplinärer Künstler aus New York. McCullough hat einen BA der Wesleyan University, USA. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in den USA und verschiedenen Galerien in Europa ausgestellt. Er integriert architektonische und kuratorische Projekte in seine Kunstwerke.


Angus McCullough – Friendmaking
Einzelausstellung
12. bis 15. Dezember 2018, 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung.
Eröffnungsempfang: 11. Dezember 2018, 18-9 Uhr
Eintritt frei
SomoS, Kottbusser Damm 95, 1.OG, 10967 Berlin (U8-Schönleinstraße)