Mikhail Haramati – Alchemy

Einzelausstellung, Malerei

from: 25.09.2019 14 Uhr  to: 28.09.2019 19 Uhr

Vernissage & Künstlergespräch: Dienstag, 24. September, 18-21 Uhr

Wasser stellte seit allen erdenklichen Zeiten ein reichlich genutztes Motiv für Maler war. Während sich Künstler wie Monet, Hokusai oder Hockney dabei auf die pittoresken Aspekte konzentrierten, wurde Malerin Mikhail Haramati von dringlichen Umweltproblemen unserer Zeit dazu veranlasst, sich dem Thema mit einem Ansatz zu widmen, der sowohl didaktisch als auch ästhetisch ist und dabei die weniger feinen Darstellungen nicht scheut.

Die im SomoS stattfindende Soloausstellung der aus Sacramento stammenden bildenden Künstlerin trägt den Titel Alchemy und soll damit ihre Ansicht würdigen, dass die Transformation menschlicher Ausscheidungen zu sauberem Wasser eines der großartigsten geschichtlichen Beispiele dieses chemisch-magischen Prozesses ist. Zum Ende von Haramatis dreimonatigem Aufenthalts in Berlin zeigt Alchemy eine Serie von realistischen Bildern und Videokunst, die sich Abwasserreinigungsanlagen widmen. Die Bilder lassen einen massiven Prozess, der modernes Leben ermöglicht, sichtbar werden.

Auf Basis ihrer Erinnerungen und eigener Fotografien nutzt Haramati ein künstlerisches Vokabular, dass an dem amerikanischen Realismus der 1960er und 1970er Jahre, aber auch an Environmental Art oder der Arbeit von Bernd und Hilla Becher erinnert. Mit fast klassisch modernistischen Enthusiasmus für das Potential fortschrittlicher industrieller Prozesse lenkt sie die Aufmerksamkeit auf dessen praktische, aber auch poetische Aspekte. In der Darstellung des Kreislaufs aus Abfall und Erneuerung fängt sie die flüchtigen Momente von Introspektion und Schönheit ein.

Haramati stammt ursprünglich aus dem Bereich der Public Policy und besitzt Arbeitserfahrung in der Wasseraufbereitung. Alchemy möchte eine interdisziplinäre Verbindung zwischen Kunst und Umweltdiskussion herstellen. Als Inspiration für ihre Arbeit besuchte Haramati Kläranlagen in der Umgebung von Berlin. Sie betrachtet die Prozesse der Wasseraufbereitung als unerlässlich und doch für die Mehrheit der urbanen Bewohner weitgehend unbekannt. Dabei wurde sie nicht nur von den technischen Aspekten, sondern auch von der unerwarteten Schönheit solcher Stätten inspiriert. Schritt für Schritt geleitet ihre Arbeit Besucher durch die einzelnen Stadien der Abwasseraufbereitung und stellt dabei die fast alchemistische Transformation in sauberem Wasser mit beeindruckender Detailverliebtheit und künstlerischer Erfindungsgeist dar.

William Barclay, ein Kunstsammler und ehemaliger Umweltaktivist, meint: “Die schimmernden Bilder von Mikhail Haramati überraschen und begeistern. Sie zeigen eine tiefe, interne Synthese von Kunst und Umwelt auf, ohne dass sie dabei als typische Form von Umweltkunst gelten. Wenn Haramati eine Kläranlage als unkonventionelles Motiv wählt, erfindet sie diese erfolgreich in neuen Farben, Formen und Funktionen wieder, um daraus entzückende visuelle Landschaften zu schaffen, die den Betrachter zu einer tieferen Betrachtung der technologischen Schnittstellen unserer Umwelt, die sich Mensch und Natur teilen, zu verleiten.“


Zu Beginn des Eröffnungsempfangs wird um 19 Uhr ein kurzes Künstlergespräch zwischen Haramati, Ulrike Franzke (Berliner Wasserbetriebe) und Federico Hewson, einem Redner zum Thema Kunst und Umwelt, stattfinden.


Mikhail Haramati (geboren 1982) ist eine amerikanische Malerin aus Sacramento, Kalifornien. 2006 erhielt sie ihren Bachelor of Arts vom Mills College in Oakland (Kalifornien). Sie hat ihre Arbeit in Einzelausstellungen in Sacramento, Petaluma und San Francisco ausgestellt und an Gruppenausstellungen in Oakland, Santa Rosa und San Francisco teilgenommen.
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Mikhail Haramati – Alchemy
Eröffnungsempfang & Künstlergespräch: Dienstag, 24. September, 18-21 Uhr
Ausstellungsdauer: 25.-28. September 2019, Die-Sa, 14-19 Uhr und nach Vereinbarung
Eintritt frei
SomoS, Kottbusser Damm 95, 1.0G, 10967 Berlin
(U8 – Schönleinstraße)
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