Ming Lu – Pussy

Einzelausstellung

from: 05.12.2018   to: 08.12.2018

Während ihres Berlin-Aufenthaltes als Artist-in-Residence bei SomoS im Herbst 2018 hat die in London lebende, multidisziplinäre Künstlerin ihre kritische Auseinandersetzung mit dem Weiblichen weiterentwickelt.

Ming Lu’s Werk wird durch verschiedene kulturelle Einflüsse geprägt. In einem Interview mit dem Aesthetica Magazine sagt sie: „Ich stelle mich in meine Arbeit als Figur und bewege mich zwischen östlicher und westlicher Ästhetik. Frühere Arbeiten sowie auch meine jüngsten Arbeiten basieren auf meinen Erfahrungen und meiner Identität. Meine Identität als Frau und chinesische Künstlerin in Großbritannien. Ich greife von Zeit zu Zeit auf Sprachen und Bezüge meines chinesischen Kulturkreises zurück, so wie es mich kennzeichnet.“

Die Pussy Ausstellung bezieht ihren Titel von einer präsentierten Video-Performance, in der Lu mit Sprache und visuellen Wortspielen arbeitet. Sie thematisiert den allgemeinen reduktionistischen und objektivierenden Diskurs der Gesellschaft, indem sie eine aus der Hose schauende Katzenfigur in den Mittelpunkt stellt. Die metaphorische und widersinnige Verwendung von Alltagsgegenständen, um so wichtige Themen anzusprechen, ist eine typische Technik der Künstlerin, deren Werk oft schwankt zwischen Abstraktion und Vergegenständlichung, zwischen Vertrautem und Unheimlichem, zwischen Absurdität und Ernsthaftigkeit.

In ihrer Ausstellung verwendet Ming Lu eine Vielzahl von Techniken, die Installation, Skulptur, Video und Lippenstiftmalerei umfasst. Dabei sie verfolgt einen konzeptionellen Ansatz, um auf die Fallen der geschlechtsspezifischen Identität und Fruchtbarkeit aufmerksam zu machen. Pussy kombiniert Humor, Kritik und Erkenntnis und lädt den Besucher ein, das häusliche Umfeld zu erkunden und sich den alltäglichen Stereotypen des Frauseins zu stellen. Lu verwandelt dabei typische Haushaltsgegenstände wie Lippenstift und Gesichtsmasken, Höschen, Haarverlängerungen und sogar Lebensmittel in anthropomorphe symbolische Darstellungen des weiblichen Körpers und der weiblichen Erfahrung.

Gängige popkulturelle Symbole von Weiblichkeit, Fruchtbarkeit, Häuslichkeit und Eleganz werden hinterfragt und untergraben, indem sie in neue absurde und surreale Narrative und Settings gesetzt werden. Durch die Trennung von Objekten aus ihrem Alltagskontext – Lu nennt es die „Modifikation von Objekten als Körper und umgekehrt“ – interessiert sie sich für die Auflösung von Formen, Funktionen und Konzepten und deren Verwandlung in etwas Neues, innerhalb eines konzeptuellen und ästhetischen Spiels zwischen Objekt und Objektivierung.

Über Ming Lu

Ming Lu erwarb 2018 einen MA Photography vom Royal College of Art, London, und 2016 einen BA Photography vom London College of Communication, University of the Arts, London.
Zu den Gruppenausstellungen, an denen sie teilnahm, gehören Acropolis, VR Days Europe, Amsterdam 2017; Acropolis, Royal College of Art, London 2017; Offprint, Tate Modern, London 2017; WIP – Work in Progress, Royal College of Art, London 2017; 90 Grad, London College of Communication, London 2016; Night Visions, Museum of London 2018. Ming Lu nahm außerdem teil an der Start Art Fair, Saatchi Gallery, London 2018 und The Other Art Fair, Bristol 2018.


Ming Lu – Pussy
Einzelausstellung
5-8 Dezember, 2018, 14-19 Uhr, und nach Vereinbarung
SomoS, Kottbusser Damm 95, 1.OG, 10967 Berlin (U8 Schönleinstrasse)
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