Black Jaguar (KO) – Mit Fashion und Ritual Gegen Misogynie

Einzelausstellung

13.12.2019 14 Uhr  - 21.12.2019 19 Uhr

Pressemittelung: Feminismus, Shamanismus, Fashion, Installation, Performance, Spiritualität, Ritual

WAS: Eine Ausstellung von Mixed Media-Zeichnungen, Fotografie, Objekten, Installationen, Aufführungen und Fashion von Black Jaguar (Seoul, Südkorea)

WANN: Eröffnungsempfang: Donnerstag, 12. Dezember, 18.00-21.00 Uhr
Ghost Dance Performance: Donnerstag, 17. Dezember, 19.00 Uhr
Dauer: 13.-21. Dezember, Dienstag-Samstag, 14.00-19.00 Uhr

WO: SomoS Art House – Kottbusser Damm 95, 1.0G, 10967, Berlin (U8 – Schönleinstraße)

BERLIN—8. Dezember 2019—Vom 13. bis 21. Dezember wird das Ergebnis des dreimonatigen Künstleraufenthalts der transdisziplinären Künstlerin Black Jaguar am SomoS Berlin in ihrer Solo-Ausstellung Spiegel/반사! präsentiert.

Black Jaguar vereint auf konzeptionelle Weise eine Reihe von Techniken, darunter Zeichnen, Installationen, Performances und Fashion, und sieht ihre Arbeit als eine Abwehr unterdrückender Kulturen und als ein schützender Schild für marginalisierte Personen.

Traditionelle koreanische Horrorfilme sind oft von Mise en Scène Elementen wie Spiegel oder Fensterscheiben durchsetzt, sie dienen als Erscheinungsorte für Geister oder als Tore zwischen der spirituellen Welt und der unseren. In der Kunst von Jaguar wird der Spiegel in einem sozialen Kontext präsentiert, der das Unrecht in der Gesellschaft reflektiert und zugleich Minderheiten schützt und befähigt. Indem diese Minderheiten als die Geister oder Monster dargestellt werden, für die sie in der Gesellschaft oft gehalten werden, und durch die Re-Interpretation als machtvolle Wesen, schafft Jaguar Mechanismen für ihren Schutz und ihre Erhebung.

In ihrem konzeptuellen Fashion-Projekt Haute Couture, das während Spiegel/반사! präsentiert wird, dekonstruiert die Künstlerin die Rolle der koreanischen Hanbok-Tracht, selbst ein Symbol für Bescheidenheit und Anstand, und nutzt es als Teil ihres alternativen, kreativen Narratives. In den 1960ern begann in Südkorea eine weibliche Arbeiterklasse aufzutauchen, die sich gegen traditionelle Geschlechterrollen erhob und deren Befreiung zu Angst und Feindseligkeit innerhalb der patriarchalen Gesellschaft führte. Nach Ansicht von Black Jaguar wurde diese misogyne Angst durch den Horrorfilmtropus gefährlicher, weiblicher Geister in weißen Hanbok, die Männer in ihre Falle locken, ausgedrückt. Haute Couture interpretiert dieses traditionelle Kleidungsstück auf drastische Weise neu und nutzt dazu sowohl ästhetische als auch psychologische Mittel. Künstlerinnen und Aktivistinnen, die in feministischen und Queer-Bewegungen in Südkorea tätig sind, trugen für ihre Fotoserien und Fashion-Filme die grell leuchtenden Kostüme.

Die Haute Couture-Serie wird mit Jaguars Darstellung Ghost Dance weitergeführt, die Elemente von Fashion-Film, die Sounds traditioneller koreanischer Horrorfilme und die neu interpretierten Hanbok-Trachten vereint. Queer- und feministische KünstlerInnen zieren diese Trachten und nutzen Spiegel, um sie und das Publikum mit spiritueller, schützender Energie zu überziehen. Die getragenen Objekte, die in der Darbietung gezeigt werden, sind auch in der Ausstellung zu betrachten, wo die BesucherInnen deren reflektierenden Oberflächen bestaunen können, die als Verteidigung gegen patriarchale Fantasien dienen mögen.

Spiegel/반사! wird auch die thematisch verknüpfte Zeichnungsserie Samdae (“drei Generationen”) präsentieren, in der die Künstlerin monsterartige Darstellungen ihrer Großmutter, Mutter und sich selbst kreiert hat. Die Arbeit stellt ein Kommentar der Gemeinsamkeiten sozialer und ökonomischer Armut und Mangels zwischen Generationen von Frauen und ihre Bemühungen, unabhängig zu sein, dar. In den Zeichnungen wird die Familie als auf mysteriöse Art mit einem Bein stehend dargestellt und somit als transzendente Wesen mit übernatürlichen Kräften ausgedrückt. Das Konzept, Frauen als Monster darzustellen, stammt aus antiken Schöpfungsmythen, in denen Göttinnen angebetet und durch Tiere wie Schlangen und Ratten dargestellt wurden, die ihre unendlichen Kräfte beschreiben sollten. Doch mit der Entwicklung einer patriarchalen Gesellschaft wurde der Status der Götter stärker und die Göttinnen verloren nach und nach ihre Präsenz in der Mythologie. Tiere, die einst die Macht von Göttinnen darstellten, wurden mit dem weiblichen Körper vereint und in dämonisierte Ungeheuer wie die Hydra, Medusa und den Drachen transformiert. In Samdae erobert Black Jaguar ein positives Bild dieser mythologischen Ungeheuer zurück, indem sie sie in einem kontemporären und persönlichen Kontext darstellt, der durchaus auch auf die Rolle von Frauen in unterschiedlichen Epochen der koreanischen Geschichte Bezug nimmt.

Mit Spiegel/반사! freut sich SomoS auf eine Ausstellung, die Black Jaguars Einblick und kreative Erkundung der Erfahrungen koreanischer Frauen mit einem Berliner Publikum teilt, und dabei Diskussion und kulturübergreifenden Dialog eröffnet.

Über Black Jaguar

Black Jaguar besitzt einen Bachelor of Fine Arts der Universität Honam in Gwanju in Südkorea. In ihrer Heimatstadt Seoul hielt sie mehrere bedeutende Solo-Ausstellungen, darunter Miyoung, Mi Young bei beim Space XX 2017, World of Others beim Laser 2017 und VEGA bei der Seoul Foundation for Arts and Culture. Jaguar hat an Gruppenausstellungen in ganz Südkorea teilgenommen, am namhaftesten ist dabei die Gangwon International Biennale im Jahr 2018, wo sie das Performancestück Appellant, ARGH! zum besten gab. Andere bedeutende Gruppenausstellungen waren The Interlude beim Insta Art Space in Seoul 2019, die Gedenkausstellungen zum 5. Jahrestag des Sewol-Fährenunglücks, The Sea Will Not Sink auf dem Ansan Arts Center in 2019, Looms & Battles im Total Museum in Seoul in 2018 und Not Allowed to Ban im Suwon Ipark Museum of Art in Suwon im Jahr 2018. Sie war zudem Mitglied der AWA (Association of Women Artists).


SomoS Art House, Kottbusser Damm 95, 1.0G, 10967, Berlin
(U8 – Schönleinstraße)


Die Künstlerresidenz von Black Jaguar bei SomoS wird vom Arts Council Korea unterstützt.

Arts Council Korea

###

Black Jaguar Spiegel/반사! Press Pack:


Social Media:

Facebook Event Page

Black Jaguar (KO) – Mit Fashion und Ritual Gegen Misogynie

Tweet this!

Kontakt:

E: somos@nullsomos-arts.org
T: +49 (0)172 3118431
+49 (0)30 89563000

Über SomoS:

Das SomoS Art House bietet Raum und Ressourcen für die Produktion, Präsentation und Reflektion von Kunst. SomoS stets wachsendes Artist-in-Residency-Programm und seine ehrgeizigen Ausstellungen und Events bieten einzigartige Möglichkeiten für KünstlerInnen, OrganisatorInnen und KuratorInnen, ein großes Feld von künstlerischen Unterfangen zur Realität zu machen. SomoS Anspruch ist es, ein internationales, offenes Framework für innovative Kunst, Ausstellungen, Bildungsmöglichkeiten und kreative Kooperation zu schaffen.

SomoS Art House Berlin
Kottbusser Damm 95, 1.OG, 10967 Berlin
www.somos-arts.org
Twitter: @SomoS_Berlin
Facebook: https://www.facebook.com/somosberlin/
Instagram: somos.berlin