The outside world must not come in

Einzelausstellung Alexei Gordin

from: 25.09.2018   to: 29.09.2018

Die Außenwelt hat keinen Zutritt

In seinem Buch Inside the White Cube: The Ideology of the Gallery Space sagt Brian O’Doherty, dass „eine Galerie nach den strengen Gesetzen einer mittelalterlichen Kirche gebaut ist. Die Außenwelt hat keinen Zutritt.“ Die Inspiration für die Bilder, die während Alexei Gordins Aufenthalt bei SomoS entstanden sind, erhielt er von einem Fotoblog, in dem die besten Galerien der Welt jeden Tag ihre hochkarätigen Ausstellungen vorstellen. Die Räume auf den Fotos sind so weiß, perfekt, symmetrisch und beängstigend klinisch, dass die Gegenwart jeglichen realen Lebens nur störend wirken würde.

Diese idealisierten Fotos verwendet Gordin in seinen Bildern. Sie stellen eine Bühne für absurde und fiktive Situationen dar, die den Blick des Künstlers auf die Blutleere des professionellen Kunstbetriebs betonen und diesem zugleich Leben einhauchen.

Den sterilen Idealvorstellungen der kommerzialisierten Kunstwelt stellt Gordin in seiner Ausstellung den leeren Raum als antagonistisches Element gegenüber.

Über Alexei Gordin

Alexei Gordin (*1989, Tomsk, RUS) lebt und arbeitet in Tallinn. Er studierte Malerei an der Estnischen Kunstakademie. In seinen oft maliziösen Arbeiten greift er zurück auf Malerei, Zeichen-, Foto-, Video- und Performancekunst.

Gordins Malerei wird von den Schattenseiten der heutigen liberalen Gesellschaft geprägt, die er durch ironische Aussagen und oft durch den Einsatz von Antihelden darstellt. Die schwierigen Beziehungen zwischen dem Künstler und dem Kunstmarkt, das Selbstverständnis und die gesellschaftliche Rolle des Künstlers werden bewusst ironisch und provokant untersucht und werfen Fragen nach der Gültigkeit der selten in Frage gestellten Konventionen und Dysfunktionalität von Kunst in einer sich schnell verändernden Welt auf.

Gordin ist Preisträger des Young Painter Prize 2017, eines der wichtigsten Kunstevents im Baltikum, das junge litauische, lettische und estnische Künstler unter 30 Jahren zusammenbringt. Teil des großzügigen Preises, der die Karriere junger baltischer Künstler fördern will, war der Aufenthalt des Künstlers in den Wohn- und Arbeitsräumen von Kunsthaus SomoS im August und September 2018. In der Einzelausstellung werden neue Arbeiten aus Gordins Zeit in Berlin gezeigt, während der er in die Stadt eintauchte und mit internationalen Künstlern zusammenarbeitete.
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Meine Bilder sind ironische Darstellungen des Zusammenpralls von kontroversen Interventionen und komplexen Mythen zeitgenössischer Kunst. In meiner Malerei erscheint die Außenwelt als grausame Realität, der Ort, an dem man definitiv nicht sein kann.

Den sterilen Idealvorstellungen der kommerzialisierten Kunstwelt stelle ich den leeren Raum als antagonistisches Element in meiner Ausstellung gegenüber. Es gibt einige merkwürdige Ähnlichkeiten zwischen einer Galerie und einem verlassenen Ort. Beide bleiben unsichtbar in der geschäftigen Stadt, nur die Interessierten treten ein. Beide sind ruhig, isoliert und können als Plattform für Selbstdarstellung angesehen werden: Die Wände eines leeren Gebäudes sind meist voller Graffiti. Dennoch sind Galerien ein integraler Bestandteil des Kapitalmarktes, verlassene Orte hingegen spielen keine Rolle am Markt, ehrlich in ihrer Unbrauchbarkeit, wie ein Gegenpol zur erzwungenen Praktikabilität marktfähiger Kunst. Genauso wie bei Marktinterventionen, greifen meine Persönlichkeit und meine Entscheidungen in verlassene Räume mit performativer Aktivität ein, indem ich sie als Werkzeug zur Dekonstruktion der kalten Logik des Kapitalismus benutze.

Alexei Gordin, Artist’s Statement

The outside world must not come in.
Paintings and Videos by Alexei Gordin
26.-29. September, 14 – 19 Uhr, und nach Vereinbarung
Eintritt frei
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